Wachgeküsst (Teil II.)

Teamspirit der "jungen Wilden" Frankonia-Frauen!

Viele Hürden gab es für die "jungen Wilden" des ATV Frankonia zu überwinden. Die neue Spielklasse Bezirksliga, die Liga-Reform mit verschärftem Abstieg, ein Trainerwechsel - nichts brachte den Aufsteiger aus der Bahn. Am Ende stand der Durchmarsch in die BOL, in der das Team 2011/2012 spielen wird. Sogar im Eröffnungsspiel der BOL, am Freitag den 02.09. um 19 Uhr, gegen die etablierte Mannschaft vom  FC Kalbensteinberg, ist das Team aus Nürnberg für eine Überraschung gut!

Aufgrund der Liga-Reform gab es nach dem Aufstieg aus der Kreisliga 2010 aber gleich eine hohe Hürde zu überwinden. Durch die Einführung der Kreisklassen ab der Saison 2011/12 wurde festgelegt, dass von insgesamt zwölf Mannschaften der Bezirksliga West ganze fünf (!) direkt in die Kreisliga absteigen müssen. Selbst der Tabellensiebte musste noch in die Relegation gegen die Kreisliga-Meister. Sofern würden also nur der Meister in die BOL aufsteigen und die Mannschaften auf den Plätzen 2 bis 6 in der BZL bleiben. Damit hieß das offiziell ausgegebene Ziel für die Saison: Platz 6 und damit der Klassenerhalt.

Ein neuer Trainer für die Damen-Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Sicht, sehr wohl aber ein „Kandidat“. Safak Cetin, damaliger Spieler der 1. Mannschaft und aktiver Schiedsrichter, erklärte sich dazu bereit, gemeinsam mit Stephan Böhm die Truppe zu coachen. So ging die Mannschaft mit diesen beiden Trainern und einigen Neuzugängen in die neue Saison.
Völlig überraschend machte der „Nobody“ ATV Frankonia auch in der BZL genau dort weiter, wo er in der Kreisliga aufgehört hatte. Die ersten beiden Spiele wurden gewonnen und es ging dann zum Meisterschaftsfavoriten VfL Ehingen, die im Vorjahr als Meister auf den Aufstieg verzichtet hatten. In einem hochklassigen und spannenden Spiel gelang der Mannschaft wenige Minuten vor Spiel-Ende der 3:2-Siegtreffer. Somit war klar, dass das junge Team auch dieses Jahr um den Aufstieg würde mitspielen können. Doch es dachte wohl zu dem Zeitpunkt niemand daran, dass die Damen von Frankonia die BZL West so dominieren und den Platz an der Sonne bis zum Schluss nicht mehr abgeben würden.

Foto: ATV   Die Trainer gaben die Richtung vor.....

Dann musste Anfang Oktober Stephan Böhm kurzfristig die B-Junioren übernehmen, weil auch dort der Trainer aus beruflichen Gründen aussteigen musste. Doch mit Hürmet Kobat war ein weiterer Trainer für die Damenmannschaft gefunden und seit diesem Zeitpunkt schwingen Safak und Hürmet das Zepter gemeinsam. Das eingespielte Team kennt sich aus gemeinsamen Spielen aus der ersten Mannschaft.

Was dann folgte, war eine Demonstration einer gewachsenen Truppe, denn der Durchmarsch in die Bezirksoberliga fiel letztendlich wesentlich deutlicher aus als der Aufstieg im vergangenen Jahr. Mit 14 Punkten Vorsprung und 97 geschossenen Toren, konnte keine der Mannschaften in der BZ-Liga dem BOL-Aufsteiger mithalten.

Die Mannschaft ließ aber auch mit einigen Erfolgen außerhalb der Liga aufhorchen. Im Pokal konnte erst der Bayernligist Post SV Nürnberg die Frankonen stoppen. Im Viertelfinale auf Bezirksebene musste man sich in einem tollen Spiel mit 4:2 geschlagen geben. Noch erfolgreicher lief es aber in der Halle. Nach einer etwas holprigen Vorrunde konnte man bei der Endrunde die beiden Landesligisten Dietenhofen und Greuther Fürth hinter sich lassen und die Kreismeisterschaft feiern. Und auch bei der Bezirksmeisterschaft konnte man sich in einer Gruppe mit den beiden Regionalligisten Weinberg und dem Club, sowie dem Tabellenführer der Landesliga Hausen durchaus achtbar aus der Affäre ziehen.

Der Hauptgrund für den Erfolg liegt mit Sicherheit im hervorragenden Zusammenhalt der Mannschaft. Auch neben dem Fußballplatz verbringen die Damen viel Zeit miteinander. Das spiegelt sich letztendlich auch auf dem Platz wieder: In der Hinrunde lag das Team zu hause gegen den damaligen Tabellenletzten Dentlein zur Pause mit 0:3 zurück. Die Mannschaft raufte sich zusammen, und drehte das Spiel in den zweiten 45 Minuten zu einem 7:4-Sieg. Zum Rückspiel, das die Meisterschaft vorzeitig entscheiden sollte, wurde von der Mannschaft kurzerhand ein Reisebus organisiert – und so konnte man die Meisterschaft vor den mitgefahrenen Fans feiern.

Foto: ATV   Der Jubel kannte keine Grenzen - Meister und Aufstieg in die BOL!

Das I-Tüpfelchen auf eine überaus erfolgreiche Spielzeit folgte aber nach Saisonende: die erfolgshungrigen Mädels qualifizierten sich als Sieger des Technikparcours beim Erdinger Cup für das Landesfinale um den „Meister Cup“ in Rohrbach/Oberbayern. Dort erspielte sich das Team den neunten Platz unter den 17 besten Meistern bayernweit.

Nach zwei Aufstiegen in Folge, geht es nun in der kommenden Bezirksoberliga-Saison erst mal darum, die Klasse zu halten. Wenn die überaus junge Mannschaft (Durchschnittsalter zum Ende der Saison 19,8 Jahre) so zusammenbleibt ist mittelfristig einiges zu erwarten!

Die gute Arbeit und die überaus positive Stimmung, in der Mannschaft von der Willstätterstraße, lockt natürlich auch immer wieder interessierte Spielerinnen an. So wird es mit den vielen, zum Teil höherklassigen Neuzugängen, nicht nur eine "Erste" in der BOL geben, sondern auch eine "zweite Mannschaft", die in der neu eingeführten Kreisklasse an den Start gehen wird.

Foto: ATV   Auch in der Halle erfolgreich....

Mit einem dreitägigen Trainingslager in Neubäu/Roding bereitete sich die Mannschaft Mitte August auf die Saison vor. Man darf gespannt sein, wie sich die Truppe in der BOL schlagen wird – einen ersten Einblick wird es beim offiziellen Eröffnungsspiel der Bezirksoberliga geben. Am Freitag den 02.09.11 trifft die Mannschaft um das türkische Trainer-Duo auswärts auf den letztjährigen Tabellenvierten FC Kalbensteinberg. Anpfiff ist um 19:00 Uhr. Man darf gespannt sein...

Foto: ATV

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