Wachgeküsst (Teil I.)

ATV Frankonia meldet sich zurück!

In den 80er und 90er Jahren waren die "Frankonia-Damen" im Frauenfußball eine gute Adresse. Da aber der Fußballnachwuchs fehlte und sich der eigene Nachwuchs bei den damaligen Spielerinnen einstellte, war das Ende der erfolgreichen Zeit absehbar. Eine Spielgemeinschaft mit Tuspo Roßtal konnte die Talfahrt nicht stoppen. So kam es zur Auflösung des Frauenspielbetriebes.


In den 80er und 90er Jahren war die Damen-Mannschaft des ATV Frankonia Nürnberg eine Institution im Frauenfußball.  Die damaligen Trainer (erst Hans „Teddy“ Güttler, später dann René Ring) hatten die Truppe gut im Griff und machten schon damals aufgrund fehlender Gegner im Nürnberger Stadtgebiet vor allem den Bereich zwischen Gunzenhausen und Ansbach unsicher. Die Kameradschaft der Truppe war vorbildlich, was sich auch durch viele gemeinsame Aktivitäten bis hin zu einem auch heute noch stattfindenden Stammtisch („Barock-Damen“) zeigt. Doch der Nachwuchs fehlte und aus jungen Frauen wurden Mütter. Die Familie beanspruchte immer mehr Zeit und die Freizeit wurde dadurch immer knapper. Letztendlich war eine Spielgemeinschaft mit den Damen vom Tuspo Roßtal ein weiterer  Versuch, den Damenfußball beim ATV Frankonia wieder zu etablieren. Doch nach wenigen Spielzeiten musste der Spielbetrieb mangels Spielerinnen wieder eingestellt werden.

Bild: Woiwode

Ab der Saison 2009/10 konnte dann aufgrund der guten Nachwuchsarbeit (eigenen U17- und U19-Juniorinnen) wieder eine Damen-Mannschaft für den Punktspielbetrieb gemeldet werden. In Antonio Formisano war dann auch ein Trainer für die Truppe gefunden. Die „Mädels“ starteten in der Kreisliga gleich furios durch und standen nach nur einer Niederlage in der Winterpause auf Rang 1. Doch dann musste der Trainer überraschend sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellen und ein weiterer Betreuer verließ kurzfristig den Verein. In der Winterpause gab es dann Gerüchte, dass einige Spielerinnen entweder aufhören oder den Verein verlassen wollen. Die Unsicherheit unter den Spielerinnen war sehr groß, und das, obwohl die Mannschaft klar auf Aufstiegskurs lag. Um den Zerfall der Mannschaft zu verhindern, erklärte sich dann Stephan Böhm bereit, für die restliche Saison zusätzlich zu seinen C1-Junioren auch noch die Damenmannschaft zu übernehmen. Er kannte den Großteil der Truppe noch gut von seinen Aktivitäten bei den ehemaligen U17-Juniorinnen. Dennoch galt es gerade in der Vorbereitung, die bereits auseinander bröckelnde Mannschaft wieder einzufangen. Nach vielen Gesprächen und nur einem einzigen Abgang wurde die Rückrunde ohne Punktverlust abgeschlossen und der Aufstieg in die Bezirksliga stand fest. Besonders bemerkenswert ist dabei der Altersdurchschnitt, der nur knapp über 18 Jahre lag.

Die meisten unserer Leser wissen wie sich die "jungen Wilden" in der letzten Saison 2010/2011 bei ATV Frankonia entwickelt haben. Ein, auch für die Verantwortlichen, großer Wurf ist gelungen. Lesen sie noch diese Woche "Wachgeküsst Teil II."!

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