Interview mit Ex-Champions League-Spielerin Valentina Maceri

Foto: Hartmut Igel    Sport 1-Fantalk-Moderatorin und Ex-Champions League-Spielerin Valentina Maceri gab Thomas Wedel ein Interview

Thomas Wedel interviewt Valentina Maceri

Unser rastloser Hobby-Reporter Thomas Wedel hat wieder einmal eine sehr interessante Gesprächspartnerin an Land gezogen. Valentina Maceri, Sport 1-Fantalk-Moderatorin und Ex-Champions League-Spielerin, stand Rede und Antwort!

Ein Interview in schweren Zeiten

    Tho: Hallo Valentina, du hast ja am 13.Januar an meinem Fußball-Quiz zugunsten des schwerkranken Fußballers Jesse Horn beim ASV Zirndorf teilgenommen. Wie hat es dir gefallen?  


Val: Vielen Dank für die Einladung! Auch mir hat es sehr viel Spaß gemacht, wie immer war ich als Frau in der Unterzahl, aber das bin ich ja schon gewohnt :-) Ein paar Gesichter kannte ich ja auch - wie Pagenburg oder Alu Rahner. Es war ein unterhaltsamer Abend, und eine willkommene Abwechslung in meinem Alltag.
 

    Tho: Was macht eine Sport 1-/Bild- und Sky-Moderatorin bzw -Reporterin in mindestens 5 Wochen fußballloser Zeit?


Val: Das ist eine sehr gute Frage! Die geplanten Fantalk-Sendungen zur Champions League wurden ja erstmal verschoben. Dennoch habe ich das große Glück, nicht von einem Turnier oder Sender abhängig zu sein, so dass ich bei BILD noch beschäftigt bin, wir berichten weiter über das, was aktuell in der Sportwelt und der Corona-Krise passiert. Jedenfalls solange wir noch können. Aktuell werden Entscheidungen ja stündlich revidiert.
Ansonsten muss ich ehrlich gestehen, dass die Ruhe, die plötzlich eingekehrt ist, für das eigene Wohlbefinden gar nicht so verkehrt ist. Ich bin die letzten Monate von Event zu Event gesprungen und war immer auf Vollgas. Auch der Druck, den dieser Job mit sich bringt, ist nicht zu vernachlässigen. Das ist plötzlich von mir abgefallen. Man muss dazu sagen, dass ich das so einfach sagen kann, weil ich Gott sei Dank im Moment nicht um meine Existenz fürchten muss. Meine Eltern beispielsweise mussten ihr Lokal jetzt schließen. All diejenigen, die um ihre Existenz fürchten müssen in diesen schwierigen Zeiten, können das sicher nicht so einfach sagen wie ich. Das tut mir in der Seele weh.

Foto: Hartmut Igel   Valentina Maceri und Thomas Wedel

    Tho: Wie würdest du im Mai mit Bundesliga und Champions League weitermachen?


Val: Ich finde, es ist sehr schwierig da einen richtigen Lösungsansatz zu finden. DFL-Boss Christian Seifert hat gestern gesagt, Geisterspiele seien die einzige Überlebenschance für die Bundesliga. Sofern gesundheitlich nichts dagegenspricht, sehe ich das auch als die einzig mögliche Option ehrlich gesagt.


    Tho: Du warst DFB-Juniorinnen-Nationalspielerin (ausgebildet bei Post SV und Club) und Frauen-Champions League-Spielerin in Italien bei Verona. Warum hast du trotzdem schon im Alter von 20 Jahren trotz guter Angebote mit dem Fußball spielen aufgehört?


Val: Ich habe mich in Italien das erste Mal wirklich mit meiner Zukunft beschäftigt. Ein paar Monate, bevor ich zu Verona gewechselt bin, hatte ich mein Abitur abgeschlossen und war bereit, für eine neue Herausforderung im Ausland. Ich habe nur vom Fußball gelebt und da hat man viel Zeit, sich Gedanken zu machen - über alles und jeden. Als ich dann Mitspielerinnen gesehen habe, deren Vertrag im Alter von 30 oder 35 Jahren nicht mehr verlängert wurde, und die dann mit nichts dastanden, weil sie sich nur auf den Fußball konzentriert haben, war für mich klar: das ist nicht mein Ziel. Das ist nicht mein Werdegang. Ich hatte eine andere Vision von mir als erwachsener Frau - ich sah mich am Spielfeldrand Interviews führen und den Menschen beweisen, auch Frauen können über Fußball reden. Ich wollte dass die Leute über mich sagen: „Hey, die sieht nicht nur gut aus, sondern die hat wirklich Ahnung von Fußball!“ - Und an dieser Vision arbeite ich aktuell Tag für Tag.


    Tho: Mit welchen späteren Frauen-Spitzenspielerinnen hast du z.B. in der DFB-U17 Nationalmannschaft zusammengespielt?


Val: Da gibt es einige, wie Lina Magull, Linda Dallmann, Melanie Leupolz, Lena Lotzen - um nur ein paar zu nennen. Die vier an dieser Stelle, weil mir schon damals klar war, diese Spielerinnen werden es weit bringen!
 

    Tho: Du bist ja beim Sport 1-Champions League-Fantalk Moderatorin zusammen mit dem Europameister von 1996 Thomas Helmer. Wie ist da so der Umgang mit Helmer sowie den prominenten Gästen wie Mario Basler, Olaf Thon, Peter Neururer, Thomas Helmer, Oli Pocher und Matze Knop?

(Besten Dank übrigens nochmal dafür dass du einige auf meinem Benefizturnier-Trikot hast unterschreiben lassen)


Val: Sehr gerne! Zu Beginn, als ich neu zum Team dazugestoßen bin, ist erstmal das eingetreten, was mir eigentlich IMMER passiert. Die Menschen stecken mich sehr gerne in eine Schublade und unterschätzen mich - bis der „Aha-Effekt“ einsetzt und sie merken, dass ich selbst auch mal Profi-Fußballerin war und verstehe, wovon ich rede. Dann war ich super integriert. Manchmal ist es trotzdem sehr schwierig, sich in dieser Runde zu behaupten und durchzusetzen. Aber dann setze ich einfach meine Geheimwaffe ein - den weiblichen Charme :-)))))


    Tho: Von welchen Top-Spielern und Top-Vereinen bist du Fan?


Val: Ich bin großer Fan von Cristiano Ronaldo und Francesco Totti, Real Madrid, AS Rom und Juventus Turin. Außerdem drücke ich meinem Heimatverein die Daumen - FCN - zählt ja auch zu TOP-Vereinen oder?


    Tho: Na, da haben wir ja einige Übereinstimmungen: ich bin auch CR7- und Real-Fan und ich hab auch in der Club-Jugend gespielt!
    Du bist ja auch gebürtige Nürnbergerin, dein Vater betreibt in Johannis ein italienisches Restaurant. Mit welchen bekannten Fußballern aus dem Raum Nürnberg hattest du schon als Jugendliche fussballerischen Kontakt?


Val: Da ich auf die DFB Elite Schule des Sports in Nürnberg gegangen bin, hatte ich Training und Kontakt zu einigen, die es heute geschafft haben. Das freut mich für sie, und es ist toll, wenn wir uns dann in dieser Konstellation wieder begegnen. Dazu gehören Niklas Stark, Marius Wolf, Marvin Plattenhardt, Besar Halimi etc. 


    Tho: Du hast im vergangenen Oktober viel Aufsehen erregt mit deinem Instagram-Post: Die Bibel ist immer noch die beste Antwort. Kannst du uns das mal etwas näher erläutern?


Val: Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und katholisch erzogen. Meine Oma hat mir diesen Weg vor allem geebnet. Mein Glaube hilft mir, ein guter Mensch zu sein und immer positiv zu bleiben, weil ich denke, dass wenn man nach Gottes Gesetzen lebt, alles so kommt, wie es vorhergesehen ist. Das heißt, es gibt keinen Grund zur Sorge, weil Gott einen Plan hat.


    Tho: Was sind deine Hobbies?


Val: Ich verbringe viel Zeit mit meinem Hund in der Natur - und mache sehr viel Sport. Außerdem lese ich gerne Bücher. Am allerliebstem verbringen aber meine freie Zeit mit meiner Familie - wir sind sehr laut und chaotisch aber ich liebe sie über alles. Und es gibt IMMER gutes ESSEN. Das ist auch ein Hobby von mir.
 

    Tho: Schön dass du wahrscheinlich beim Benefizturnier zugunsten krebskranker Kinder am 21.6. in Ammerndorf beim Promi-Lattenschießen teilnimmst. Wie viele Lattentreffer traust du dir bei 5 Versuchen zu? (den Rekord halten die früheren Clubstars Chhunly Pagenburg und Juri Judt mit je 3)


Val: Auch mindestens 3!   Ich wollte übrigens als Kind immer die erste Frau in der Männer-Nationalmannschaft sein!


Tho: Valentina, vielen Dank für das nette Interview und viel Erfolg weiterhin!

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