Bayerisches Kabinett berät morgen....

Foto: RKI    Am morgigen Dienstag berät das bayerische Kabinett über den Re-Start im Amateurfussball.

Staatsregierung als Totengräber der Vereine? 

Ab dem 19.09. soll der Amateurfussball in Bayern wieder Pflichtspiele (mit oder ohne) Zuschauer austragen dürfen. Wenn es nach dem Willen der ca. 4500 Vereine geht, wäre die Zulassung der Zuschauer sehr wichtig. Ein Vorstellungsvermögen, wie das ablaufen soll, haben die Politiker eher nicht. Wenn aber ein Biergarten mit 200 Gästen öffnen darf oder ein Theaterstück vor 400 Zuschauern vorgeführt werden darf, sollte man sich keine großen Sorgen um den Fussball unter freien Himmel machen. Die Vereine haben in den letzten Wochen ihre Sorgfalt rund um das Thema Corona eindrucksvoll unter Beweis gestellt!

BFV-Präsident Dr. Rainer Koch mit offenen Brief

Noch feht die Freigabe für die Wettbewerbe mit Zuschauern. BFV-Präsident Rainer Koch hat in einem offenen Brief an die Vereine wie folgt argumentiert: "Der Ball liegt jetzt in der Spielhälfte der Politik, sie muss entscheiden, ob sie mitspielt oder ob sie Euch, unsere über 4500 Vereine, weiter im Abseits stehen lässt und damit Eure Existenz aufs Spiel setzt.“

Trainingsspiele zeigen Verantwortungsgefühl der Vereine

"Trainingsspiele" ohne Zuschauer sind erlaubt. Das Kabinett konnte sich zu dieser Lockerung vor der Sommrpause nicht durchringen. Nur eine Sonder-Regelung mit dem Innenministerium führe dazu. Ab dem 19.09. hoffen die aktiven auf die Zulassung der Spiele mit Zuschauer. Dies wäre durchaus realistisch, denn 200 Personen können auf den Sportanlagen leicht und locker den Sicherheitsabstand wahren.  

Hygiene-Vorschriften sind bei den meisten Vereinen bereits Standard

Die Spiele finden seit Wochen ohne Zuschauer statt. Zumeist füllen sich zu den Spielzeiten die Biergärten. Oft hat man von dort gute Sicht auf die Spielfelder. Als Gast des Sportheims darf man im Biergarten ohne Maske beinander sitzen. Mit Abständen an der Seitenlinie soll das angeblich nicht gehen?!

Dabei wären die Zuschauer in den meisten Fällen das geringste Problem. Die Anzahl von Besuchern auf den Sportplätzen dürfte in Bayern nur in den gesondert betrachtbaren Ausnahmefällen vierstellig, selten auch überhaupt dreistellig sein.

Der neutrale Betrachter kann diese Regelungen schwer verstehen. Der Fussball pocht eigentlich nur auf Gleichbehandlung. Dr. Rainer Koch meint: „Wir sind der festen Auffassung, dass zumindest diese Vorgaben, die sich als sicher erwiesen haben und mittlerweile etabliert sowie anerkannt sind, auch für den bayerischen Amateurfußball gelten müssen. Ein Fußballplatz bietet in den meisten Fällen weitaus mehr Platz, um Abstandsregelungen einhalten zu können als etwa eine Freilichtbühne.“

Der Re-Start sollte in jedem Fall zeitnah stattfinden. Sollten sich die Vereine nicht mehr um die jungen Menschen kümmern können, dürften einige "auf dumme Gedanken" kommen. Auch der Integrationsauftrag könnte nicht mehr erfüllt werden. Der Staat würde sich Kosten ohne Ende ans Bein binden. Streetworker kosten Geld - doch so viele ausgebildete Sozialarbeiter dürfte der Staat auf die schnelle nicht aufbieten können.

Also entweder der Staat spielt den Totengräber für den Amateursport (mit allen Kosten und Konsequenzen) oder er zieht seine Vereine mit in die Verantwortung. Sollte gespielt werden dürfen, wäre ein Stück sozialer Frieden gewährleistet. Sollte das Kabinett die Spiele nicht genehmigen, bleibt den Vereinen nur der Protest in den verschiedensten Formen.

 

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