Kreis- und Bezirkstage 2017/18: BFV zieht positive Bilanz

Foto: BFV   Über 7000 Delegierte und damit nahezu doppelt so viele wie noch vor vier Jahren haben die Kreis- und Bezirkstage des Bayerischen-Fußball-Verbandes besucht.

Die Fußballbasis im Freistaat demonstriert große Geschlossenheit und bekräftigt die Verbandsspitze in der Umsetzung ihrerstrategischen Zielsetzungen

Dreieinhalb Monate, 22 Kreistage, sieben Bezirkstage, 7063 Delegierte: Der im Bayerischen Fußball-Verband (BFV) organisierte Amateurfußball ist schon jetzt der große Gewinner des Wahljahres 2017/18, dessen Schlussakt am Verbandstag am 4. und 5. Mai im niederbayerischen Bad Gögging über die Bühne geht. „Der Amateurfußball findet inmitten der vom Profifußball und anderen Großevents geprägten Mediengesellschaft nur Gehör, wenn er seine Stimmen bündelt.

 

Starke Basis braucht starken Verband

Die Amateurfußballvereine brauchen einen starken Verband. Und der Verband ist nur stark, wenn er überall in Bayern von seinen Mitgliedsvereinen an der Basis sichtbar getragen wird“, betont BFV-Präsident Rainer Koch in seiner Rückschau: „Genau das ist uns in den vergangenen drei Monaten von Aschaffenburg bis Deggendorf, von Memmingen bis Hof gelungen! Die bayerische Fußballbasis hat sich überall geschlossen hinter ihre Verbandsführung gestellt und geschlossen die strategischen Zielsetzungen des BFV unterstützt. Die Stimmung war geprägt von großer Zufriedenheit der Vereine mit der Arbeit des BFV, großem Vertrauen in die Arbeit der Männer und Frauen, die im BFV Funktionen ausüben.“

Der „FC Digital“ als bayerischer Musterverein der Zukunft

Nicht nur die Resonanz ist mit nahezu doppelter Teilnehmerzahl im Vergleich zu von vor vier Jahren enorm, auch die Mitgestaltungsmöglichkeiten haben die Vereinsvertreter durchweg genutzt – und damit die Weichen für eine gute und sichere Zukunft gestellt. „Die von diesen Versammlungen ausgehende Botschaft ist für mich eindeutig: Wir stellen uns den großen, auf den Amateurfußball zukommenden Herausforderungen gemeinsam, wir gehen sie gemeinsam an und wir werden sie gemeinsam meistern“, sagt Koch voller Zuversicht, der auf den Kreis- und Bezirkstagen die weiter fortschreitende Digitalisierung in den Mittelpunkt seiner Grundsatzrede gestellt hatte. Der BFV will seiner Vorreiter-Rolle weiterhin gerecht werden und die Nutzung der digitalen Medien weiter ausbauen. Anhand des fiktiven Modellvereins „FC Digital“ skizzierte der BFV-Präsident die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Welt, ließ dabei aber nicht außer Acht, dass der Verband bei der Umsetzung als „Dienstleister und Ansprechpartner für unsere Vereine“ da sein muss, seine Angebote kontinuierliche ausbauen und dem sich im steten Wandel befindlichen Zeitgeist anpassen muss und wird: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

Größtmögliche Transparenz bei den Verbandsfinanzen

In Sachen Offenheit und Transparenz hatte der BFV bereits im Vorfeld auch zur Frage der Verbandsfinanzen einen in Deutschland einzigartigen Weg gewählt und alle Mitglieder im Sommer 2017 zur aktiven Mitarbeit in der Arbeitsgruppe (AG) Finanzen aufgerufen, um sich mit der BFV-Finanzierungsstruktur zu befassen und notwendige Verbandstagsanträge zur Finanz- und Gebührenordnung vorzubereiten. Verbandsfunktionäre als auch für die verschiedenen Regionen sowie Vereinsstrukturen repräsentative Vereinsvertreter analysierten die Lage und unterbreiten dem Verbandstag ein einstimmig verabschiedetes Zukunftspapier. Das zeigt klar auf, wie neue, wegweisende Projekte finanziert werden können. „Dem BFV-Vorstand sind größtmögliche Transparenz und die sehr frühzeitige Einbindung seiner Vereine extrem wichtig. Die AG Finanzen ist ein Musterbeispiel für gelebte Basis-Demokratie“, sagt Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der gemeinsam mit AG-Mitgliedern den Prozess nochmals vorstellte und Ergebnisse – vorgeschlagen ist eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge von zehn Euro im Monat – präsentierte.

Das Fazit von Georg Appel, Fußballabteilungsleiter des SC Eintracht Freising, untermauert nicht nur den gemeinsamen und einstimmigen Beschluss, sondern auch den neuen und einzigartigen Weg des BFV: „Der Mehrbedarf ist da und nachvollziehbar. Die Drittel-Regelung zur Finanzierung ist eine gerechte Lösung, die man auch unterschreiben kann – vor allem, weil der Prozess transparent war.“ Genauso sieht es Andre Heinz, Vorsitzender der SG Roth-Main: „Ich habe einen sehr transparenten Verbands-Präsidenten und einen sehr transparenten BFV erlebt!“ Die Erhöhung um zehn Euro monatlich wertet Wolfgang Rudolph, Vorstand des SV Eichenhausen, „für jeden absolut verkraftbar und wichtig, damit die Finanzierung der vielfältigen Leistungen auch künftig gesichert ist“.

Fußballfamilie übernimmt Verantwortung mit der BFV-Sozialstiftung

Dass sich die bayerische Fußballfamilie mit der BFV-Sozialstiftung auch für jene einsetzt, deren Leben sich vom einen auf den anderen Augenblick durch einen Schicksalsschlag verändert hat, war auch in den vergangenen dreieinhalb Monaten für alle sichtbar: Insgesamt wurden an den Kreis- und Bezirkstagen Spenden in Höhe von 54.800 Euro übergeben. „Soziale Verantwortung kann man nur gemeinsam übernehmen – auch hier zeigt die bayerische Fußballfamilie auf beeindruckend geschlossene Weise Herz!“, sagte BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher.

Noch einmal: BFV-Sozialstiftung hilft in Not geratenen Mitgliedern der bayerischen Fußballfamilie mit Spenden in einer Gesamthöhe von 54.800 Euro

Klares Nein der Basis zu weiteren Bundesliga-Ansetzungen am Sonntagnachmittag

Wie bereits vor vier Jahren holte der BFV auch jetzt auf den Kreis- sowie den Bezirkstagen Meinungsbilder zu möglichen Veränderungen im Spielbetrieb ein. Zur Diskussion standen die „Abschaffung der Sonderregelung auf Kreisebene im § 34 SpO (Einsatz in verschiedenen Mannschaften)“, das „Spielrecht von A-Junioren in Herren-Mannschaften“ sowie die mögliche „Erhöhung der Anzahl an Auswechselungen auf Kreisebene“ (siehe unten). Auf den Bezirkstagen wurde zudem eine automatische Spielsperre auf Bezirksebene nach einer Gelb-Roten Karte diskutiert: Eine klare Mehrheit wie bei den anderen Themen aber gab es nicht.

Für die Einführung einer Sperre votierten 51 Prozent der Delegierten. „Wir werden uns dieser Thematik nun im Vorstand annehmen und erörtern, wie wir mit diesem Umstand umgehen wollen und werden“, sagt BFV-Präsident Rainer Koch, der für seinen gemeinsam mit dem Präsidium verfassten Initiativantrag zum Thema „Montagsspiele gab es bayernweit keine klare Mehrheit (51 Prozent dafür, 49 Prozent dagegen). Wir werden uns dieser Thematik nun im Vorstand annehmen und diskutieren, wie wir mit dem Umstand umgehen wollen, dass eine sehr knappe Mehrheit dafür und 49 % dagegen sind.in der Bundesliga“ breite Zustimmung von der Basis erntete: 71 Prozent der wahlberechtigten Delegierten stimmten in geheimer Wahl dafür, dass es mit Rücksicht auf die vielen Millionen Menschen, die an jedem Wochenende hierzulande als Spieler, Trainer, Betreuer oder Zuschauer auf den Amateurfußballplätzen unterwegs sind, zu keinen weiteren Bundesliga-Ansetzungen am Sonntagnachmittag kommen darf.

Die Ergebnisse der Meinungsbilder im Überblick:

Soll die Sonderregelung auf Kreisebene im §34 SpO (Einsatz in verschiedenen Mannschaften) abgeschafft werden?
    35 Prozent dafür / 65 Prozent dagegen

Sollen A-Junioren mit Vollendung des 18. Lebensjahres künftig wieder im Herrenbereich eingesetzt werden dürfen?
    72 Prozent dafür / 28 Prozent dagegen (Kreisebene) 66 dafür / 34 dagegen (Bezirksebene)

Soll die Anzahl der möglichen Auswechslungen auf Kreisebene auf 5 erhöht werden?
    43 Prozent dafür / 57 Prozent dagegen

Initiativantrag: Keine weiteren Bundesliga-Spiele am Sonntagnachmittag. Europa League-Starter (Donnerstag-Spiele) sollen Sonntagabend oder Montagabend spielen.
    71 Prozent dafür / 29 Prozent dagegen

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